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Qualität der Meldungen

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In Deutschland, Großbritannien und der Schweiz sind jeweils fast die Hälfte der eingehenden Meldungen relevant und gehaltvoll, weisen also tatsächlich auf einen Compliance-relevanten Missstand oder ein Fehlverhalten hin. In Frankreich sind es laut der Online-Befragung sogar mehr als 60 Prozent. Meldestellen sind somit ein wirksames Instrument, um illegales oder unethisches Verhalten offenzulegen, und tragen so auch entscheidend zum Schutz der Unternehmensreputation bei.

Die vertiefte Analyse legt Faktoren offen, die den Anteil der relevanten Meldungen statistisch beeinflussen. So gehen bei den generellen Meldekanälen (persönlicher Besuch, Brief/Fax, E-Mail und Telefon) sowie bei den webbasierten Hinweisgebersystemen weniger relevante Meldungen als bei anderen spezialisierten Meldekanälen ein.

Ein häufig geäußerter Vorbehalt gegenüber Meldestellen ist die Befürchtung, dass diese von den Hinweisgebern missbräuchlich verwendet werden könnten, beispielsweise für falsche oder verleumderische Meldungen, die einzelnen Mitarbeitenden oder dem Unternehmen gezielt Schaden sollen. Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass fünf Prozent der Meldungen in der Schweiz und knapp sieben Prozent in Großbritannien als missbräuchlich eingestuft werden können. Demgegenüber kommt in Frankreich und Deutschland ein Missbrauch der Meldestelle deutlich häufiger vor. Das Ergebnis für die Schweiz liegt innerhalb der Schwankungsbreite des letzten Whistleblowing Reports (gut 3 %). Bei Eingang eines Hinweises muss dessen Stichhaltigkeit daher sorgfältig überprüft werden, wobei die Unschuldsvermutung für die angeschuldigte Person gelten muss. Die statistische Auswertung macht zudem deutlich, dass die Möglichkeit, Meldungen anonym einzureichen, entgegen Intuition und Befürchtung keinen Einfluss auf den Anteil missbräuchlicher Meldungen hat.

Neben relevanten Hinweisen und solchen, die in missbräuchlicher Absicht erfolgen, gibt es auch Hinweise, die von ihrer Thematik bei der Meldestelle an der falschen Adresse sind: So erweisen sich in den untersuchten Schweizer Unternehmen 48 Prozent der Meldungen als nicht relevant. In Deutschland und Großbritannien sind es mit knapp 41 Prozent beziehungsweise 45 Prozent etwas weniger. In den französischen Firmen liegt der Anteil nicht relevanter Meldungen hingegen nur bei 26 Prozent. Beispiele für solche Meldungen sind diverse unternehmensinterne Probleme wie individuelle Beschwerden bezüglich des Führungsstils oder Hinweise auf technische Betriebsprobleme. Diese aus Compliance-Sicht nicht relevanten Meldungen erweisen sich für den Betrieb der Meldestelle aber in der Regel als unproblematisch und können mit begrenztem Aufwand an die zuständigen Stellen (z. B. die Personalabteilung oder die Haustechnik) weitergeleitet werden.